www.hoertipps.de
>> Einzelhörspiele >> Die Wellenläufer


Kai Meyer - Die Wellenläufer-Trilogie


Rezension von Alex Sölch

Inhalt: Die Karibik am Anfang des 18. Jahrhunderts: Ein magisches Beben erschüttert die Küsten. Und in finsteren Piratenhäfen werden Kinder geboren, die über Wasser gehen können. Jahre später glaubt Jolly, dass außer ihr keine anderen Wellenläufer mehr am Leben sind. Bis sie Munk begegnet. Auch er versinkt nicht im Wasser - und kann aus Muscheln einen uralten Zauber beschwören. Ein rätselhafter Fremder schickt die beiden auf eine fantastische Reise. Gejagt von Klabautern, Ungeheuern und Seeräubern stellen sie sich einer tückischen Gefahr: dem Malhstrom, einem dunklen Strudel, der die Barriere zwischen den Welten niederreißt.

Story: "Piraten interessieren keinen" - Mit dieser Überschrift beginnt das beiliegende Booklet und im Folgenden erzählt Kai Meyer dort, wie schwierig es für ihn war, seinem Verlag ein Piratenabenteuer schmackhaft zu machen. Wohl wahr ist es, dass seit "Fluch der Karibik" nur wenige einen Bogen um Piratengeschichten machen und so fand die Buchvorlage schließlich sogar unerwartet viele Käufer, sodass Lübbe Audio auch bereit war, das Buch von STIL als Hörspiel vertonen zu lassen. Insgesamt wurde die Buchtrilogie auf 6 CDs mit einer Laufzeit von 425 Minuten gepackt, was ich als sehr gelungen empfand, denn Längen schleichen sich nur wenige ein und die Dialoge fallen ausführlich genug aus, um den gesamten Handlungsverlauf wahrnehmen zu können. Was man geboten bekommt, ist ein atmosphärisches Hörspiel, bei dem besonders natürlich eben jene Kinder, die als "Wellenläufer" bezeichnet werden, im Vordergrund stehen dabei besonders Soledad und Jolly, die gegen andere fantastische Gestalten kämpfen oder sich beweisen müssen. Während der Reise zum Mahlstrom begegnen sie dabei den unterschiedlichsten fiktiven Meereswesen und einer Vielzahl von Geschöpfen, die allesamt ein hohes Maß von Fantasy besitzen. Folglich sollte man schon ein Faible für Fantasygeschichten haben, wenn man sich dieser Trilogie von Kai Meyer annimmt, ansonsten wird man schnell die Übersicht und den Spaß am Hörspiel verlieren. Meyer bietet für Fans allerdings ein gehobenes Maß an durchdachter Story, atmosphärisch ist man ebenfalls zugange und dementsprechend stellt die Handlung zufrieden.

Sprecher: Die große Stärke dieser Mammutsproduktion stellen die Sprecher dar. Wie auch schon in anderen STIL-Serien ist auch hier wieder Friedhelm Ptok der Erzähler, was durch seine ruhige Art sehr passend ist. Ebenfalls aus der Serie "Die Alchimistin" ist Yara Blümel-Meyers bekannt, die eine der wichtigsten Rollen bei den Wellenläufern übernimmt. Mir gefällt ihr Auftritt sehr, auch sie strahlt eine Ruhe aus, die man in solch brenzligen Situationen kaum erwarten würde, aber man nimmt ihr diesen ruhigen Charakter einfach ab und erzielt so ein hohes Maß an Authentizität. Neben diesen beiden genannten Sprechern konnte man weitere gestandene Sprecher des Sprecherbusiness auftreiben, so sind Udo Schenk, Klaus-Dieter Klebsch, Simon Jäger und Samuel Weiss gemeinsam mit Jürgen Kluckert, Tobias Kluckert, Luise Lunow, Lutz Riedel und einigen weiteren Sprechern teil dieser umfangreichen Produktion und wer bereits von solchen Namen gehört hat, weiß womit er es zu tun bekommt - nämlich mit guten Leistungen, die überzeugen und so auch dieser realistisch nicht greifbaren Welt glaubwürdiges Leben einhauchen. Wie immer das große Plus an STIL-Produktionen - die Sprecher!

Musik und Effekte: Doch die Untermalung steht diesem in nichts nach, weil Christian Hagitte und Simon Bertling ein großes Repertoire an Klängen und Musiken zur Verfügung haben. Hagitte als Leiter des Filmorchesters Berlin besitzt große Möglichkeiten, eigens geschriebene Melodien auf allerhöchstem Niveau einspielen zu lassen und dementsprechend klingen diese auch, gewaltig wird die Unterwasserwelt gezeichnet und untermalt, sodass der Hörer besonders auch dadurch an das Hörspiel gebunden wird. Außerdem hat man einen eigenen Gospel-Chor diverse Melodien einsingen lassen, welche auch ihre Wirkung erzielen, beschweren über ungenügende Musik kann man sich hier mit Sicherheit nicht! Die Effekte wissen auch zu gefallen, mal natürlich etwas heftiger ausfallend, mal dezenter bieten sie immer genügend Klanggewalt, um die Welt realistischer zu gestalten.

Fazit: So ganz fesselte mich die Wellenläufer-Trilogie auch in Hörspielform nicht, dafür war mir persönlich zu viel Fantasy in der Handlung gewesen, doch wer Fan dieses Genres ist, wird hier von Kai Meyer wohl wieder einmal bestens unterhalten. Die Sprecherleistungen fallen wirklich gut aus, die Technik ebenso, sodass unter dem Strich eine gute Produktion vorliegt, die man nicht zwangsweise gehört haben muss.

Note 2