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Inhalt:
England 1123 - 1173, eine Zeit blutiger Auseinandersetzungen zwischen Krone und Adel, Klerus und Volk. Der junge Prior Philip träumt von einem Zeichen des Friedens, von einer gotischen Kathedrale. Doch bis der kühne Truam Wirklichkeit geworden ist und in Kingsbridge das großartige Gotteshaus endlich emporragt, müssen der Klosterherr, sein Baumeister Tom und die Grafentochter Aliena sich in einen Kampf auf Leben und Tod gegen ihre Widersacher behaupten.
Story:
"Die Säulen der Erde" von Ken Follett - damit hat sich der Autor selbst ein Denkmal gesetzt. Mit insgesamt 825 Minuten in der gekürzten (!) Fassung ist dieses Meisterwerk höchst atmosphärisch und weiß vorallem durch seine sehr detaillierten Schilderungen zu überzeugen. Follett, bekannt für seinen Thriller "Die Nadel" und viele weitere genrelose Werke, die manchmal sogar in den Jugendbereich hineingehen, schafft es die Kulisse des 12. Jahrhunderts beinahe anfassbar darzustellen und aus der kaum bekannten Zeit eine real erscheinende Wirklichkeit zu zaubern, die den Hörer auch dank des Sprechers über die gesamte Distanz nicht loslässt. An der Umsetzung gibt es nichts auszusetzen, so schafft man aus einer Kathedrale ein unglaublich starkes Buch mit vielen Facetten - von Betrug über Intrigen bis hin zur Gottesanbetung -, das jeden Historienfan begeistern dürfte. Das Erfolgsrezept liegt auch in der Mischung der unterschiedlichen Gattungen, denn hundertprozentig kann man das Buch nicht den Historienromanen zuordnen, vielmehr ist es ein Unterhaltungsroman als ein Historienroman, wobei natürlich geschichtliche Elemente nicht zu kurz kommen. Sei's drum - die Handlung ist top und hätte gerne noch etwas knackiger ausfallen können.
Sprecher:
Als Sprecher hat man Joachim Kerzel ausgewählt und damit goldrichtig gelegen. Kerzel ist mit seiner großen Erfahrung in der Lage, über die gesamte Spieldauer eine hochwertige Konstanz an den Tag zu legen, die man bereits in seinen unterschiedlichesten Rollen als Synchronsprecher von Stars wie Anthony Hopkins, Robert De Niro, Jack Nicholson und Dustin Hoffmann bemerken konnte. So führt er durch die knapp 14 Stunden mit einer großen Klasse und vielen unterschiedlichen Stimmen für die große Anzahl an auftretenden Charakteren. Mal schneller - mal langsamer mit der Stimme gelingt es ihm auch, die diversen Gefühlsregungen während der gigantischen Handlung darzustellen und wird die Hörer damit zufriedenstellen dürfen. Seine Leistung ist zu empfehlen und ich freue mich bereits, ihm auch im nächsten Teil der Reihe, den "Toren der Welt", zuhören zu können.
Musik und Effekte:
Auch die Musik fügt sich nahtlos ein, denn, wenn man in dieser Lesung musikalische Untermalung geboten bekommt, dann sind dies pompöse Orchesterstücke zwischen den Szenen, die von Michael Marianetti ausgewählt wurden. Dieser hat bereits in den unterschiedlichsten Hörspielproduktionen eine saubere Arbeit abgeliefert und schafft es auch dieses Mal wieder eindrucksvoll. Die Musiken sorgen für den letzten Feinschliff an der zutiefst mittelalterlichen Atmosphäre, der allerdings auch schon aufgrund der detaillierten Beschreibungen von Ken Follett vorhanden ist. Da es sich um eine Lesung handelt, bleiben die Musiken größtenteils jedoch heraus, ebenso wie die Effekte, von denen so gut wie gar keiner im gesamten Hörbuch auftritt. Dies ist allerdings nicht weiter tragisch, die Story, vorgetragen von Joachim Kerzel, tröstet über dies hinweg!
Fazit:
Insgesamt ist einzig das zeitweise ein wenig schleppende Tempo der einzige Kritikpunkt an dieser 12 CDs umfassenden Lesung, der Sprecher und die Storyelemente sind klasse und die Untermalung ist einer Lesung angemessen. Sofern man mit Lesungen leben kann, sind "Die Säulen der Erde" das perfekte Hörbuch - ansonsten sollte man eher zum gleichnamigen Hörspiel greifen, das ich ebenfalls wärmstens empfehlen kann!
Note 1-
Ken Follett - Die Säulen der Erde




