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Inhalt:
In einem kleinen irischen Fischerdorf lebt ein Mann, der ein Geheimnis hütet. Nein, mehr als das, er ist das Geheimnis. Sie hatten ihm übermenschliche Kräfte versprochen. Stattdessen wurde er zum Invaliden. Er hatte gehofft, ein Held zu werden. Stattdessen muss er sich vor aller Welt verbergen. Denn Duane Fitzgerald ist das Ergebnis eines geheimen militärischen Experiments, eines Versuchs, der auf tragische Weise fehlgeschlagen ist. Für seinen Opfermut erhielt er die Freiheit, den Rest seines Lebens dort zu vebringen, wo er es sich wünschte. Im Gegenzug musste er sich verpflichten zu schweigen. Doch es gibt da jemanden, der sein Geheimnis kennt - und er ist ihm bereits auf der Spur...
Story:
Wie für Andreas Eschbach typisch, behandelt er auch in seinem 2003 erschienen Roman "Der Letzte seiner Art" ein politisches Thema und dieses Mal erwischt es mit dieser utopischen Vorstellung die Gentechnik in Zusammenhang mit der Erschaffung des idealen Menschen. Duane Fitzgerald, der Hauptcharakter und Ich-Erzähler der Handlung, wurde in einem wissenschaftlichen Projekt derart verunstaltet, dass die amerikanische Regierung ihn decken muss, um ihr gescheitertes Projekt "Cyborg" zu schützen. Aufgrunddessen bahnt sich schon schnell ein juristischer Konflikt zwischen Fitzgerald und der Regierung an, welchen der Cyborg gemeinsam mit seinem engsten Vertrauten, dem Arzt O'Shea, für sich verbuchen möchte. Erschreckend ist, wie erstaunlich real die Fiktionen Eschbachs uns heute schon vorkommen, denn Vertuschungsvorgänge sind in unserer heutigen Welt schon längst im Gange und so erreicht Eschbach es wieder einmal, den Hörer zu verunsichern und ihn zum Nachdenken anzuregen. Die Charakterzeichnungen geraten aufgrund der nur wenigen vorkommenden Charaktere gut, das Tempo ist soweit ordentlich. "Der Letzte seiner Art" ist zwar nicht das beste Buch des Autors, der mit "Eine Billion Dollar" seinen Durchbruch schaffte, aber auch dieses 345 Minuten umfassende Hörbuch ist flüssig, kann überzeugen und hinterlässt einen nachdenklichen Hörer.
Sprecher:
Sprecher der Lesung ist Martin May, für den es das erste Hörbuch von Andreas Eschbach ist. 1961 geboren, ist May aus zahlreichen Fernsehproduktionen wie dem Großstadtrevier bekannt, außerdem hat er einige Bücher von Rebecca Gablé eingesprochen und spricht mittlerweile in den John Sinclair - Neuauflagen mit. Aufgrund des Erzählstils schlüpft er also in die Rolle des Cyborg-"Projekts" Duane Fitzgerald, der aufgrund des Scheiterns nun die Konsequenzen der Innovationsgier der amerikanischen Regierung zu tragen hat und dementsprechend jeglichen Kontakt mit der Außenwelt meiden muss. Dadurch ergibt sich ein Charakter, der darauf ausgelegt ist, mit wenigen Vertrauten - genau genommen einem einzigen - wichtige Entscheidungen zu treffen. Fitzgerald ist ein fast schon lebensunwilliger Mensch, der von May glaubhaft verkörpert wird. Mays Stimme wirkt andächtig, sehr ruhig und gelassen, trotz der zahlreichen Problematiken, die seine Rolle umgeben. Dies erachte ich als einen interessanten Weg, um den Hörer zum Nachdenken anzuregen, welcher sich nämlich kaum vorstellen kann, wie die Figur so gelassen bleiben kann. May fällt durch gute Arbeit auf, leistet sich keine Versprecher und seine Stimme klingt sehr sympathisch. Eine gute Besetzung für dieses Hörbuch.
Musik und Effekte:
Musiken kommen nur wenige zu Beginn und zum Ende des Hörbuchs vor, sodass dieser Bereich entfällt, ebenso wie die Effekte. Technisch zu bemerken ist, dass keine doppelten Takes vorkommen und somit sauber gearbeitet wurde. Im Technischen besitzt man aber insgesamt noch Potenzial, indem man eine ständige Untermalung einfügen würde. Dennoch kein Muss, technisch geht die Produktion in Ordnung.
Fazit:
Mit einer durchweg soliden Leistung von Martin May bekommt die Buchvorlage von Andreas Eschbach ein würdiges Hörbuch unter der Obhut von Lübbe Audio. Andreas Eschbach-Fans dürften ohne weitere Bedenken zugreifen können, die Cyborg-Story wirkt sehr authentisch, ist von der eher düsteren Stimmung der Identitätssuche Fitzgeralds geprägt. Wer sich mit einer solchen Identitätsergründung in Verbindung mit dem amerikanischen Geheimdienst anfreunden kann, sollte zugreifen, sofern er keine hochtrabende Inszenierung erwartet, die bleibt leider aus.
Note 2-
Andreas Eschbach - Der Letzte seiner Art




