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Wallander - Am Rande der Finsternis


Rezension von Alex Sölch

Inhalt: In Schonen begeht eine Tennagerin Selbstmord. Die Ermittlungen führen Linda Wallander schließlich an deren Schule. Dort wurde die Tote offenbar misshandelt - ein schreckliches Schicksal, das derzeit auch andere Schülerinnen betrifft. Mit ihrem Kollegen Stefan Lindman versucht Linda, dem tödlichen Komplott auf den Grund zu gehen ...

Story: Im Fernsehen längst zum Kult werdend, erscheint mit "Am Rande der Finsternis" bereits der dritte Teil der Wallander-Hörspielreihe. Fans der Serie schätzen die kriminalistische Arbeit der schwedischen Kommissare, die immer wieder von privaten Dialogen zwischen den Ermittlern unterbrochen wird. Mit Stefan Lindman und Kurt Wallanders Tochter Linda bahnt sich eine Liebesaffäre an, die die Ermittlungsarbeit zu behindern scheint, was immer wieder für Streitereien zwischen den Kriminologen sorgt. Dabei gerät Sven Strickers Bearbeitung dieses Mal ein wenig zu lang, da die ständig aufkeimenden Dispute den Fall mancherorts zu sehr behindern, als dass die 66 Minuten einen runden und über die komplette Spielzeit kurzweiligen Fall bieten würden. Zudem gerät der Fall zu geradlinig und kann bis auf zwei Wendungen kurz vor dem Schluss im Vergleich zu den ersten beiden Folgen wenige Spannungsmomente für sich verbuchen. Zum Schluss gewinnt der Fall dann allerdings nochmals eine hohe Brisanz, welche das Hörspiel zu einem ebenso spannungsvollen und unterhaltsamen machen wie es schon die vorher produzierten Folgen waren - die kühle, stark skandinavisch angehauchte Atmosphäre tut ihr Übriges dazu. Insofern sollten sich Fans der TV-Spielfilme wieder mit der Handlung anfreunden können, die zwar zu Beginn etwas langatmig, im Großen und Ganzen aber überzeugend und spannungsgeladen daherkommt.

Sprecher: Gegenüber der ersten beiden Episoden um das schwedische Ermittlerteam gibt es in Sachen der Hauptprotagonisten natürlich nur auf Seiten der Verbrecher und Opfer Veränderung in der Sprecherliste. Kurt Wallander wird weiterhin von Axel Milberg gesprochen, der der Figur eine höchst sachliche Note verleiht, die allerdings immer wieder durch emotionale Ausbrüche ins Wanken zu geraten scheint. Dies erzeugt eine authentische Note, die ohne Zweifel eine der Hauptkomponenten für den Erfolg der Kriminalserie nach Henning Mankell ist. Mit Erzähler Andreas Fröhlich, Ulrike C. Tscharre (spricht Linda Wallander), Christian Stark (Stefan Lindman), Lennardt Krüger (Martinsson), Kerstin Hilbig (Ann-Britt Höglund) sowie Hannes Hellmann (Nyberg) hat man ein stimmlich gut zueinander passendes Team gefunden, das die Qualität des Hörspiels auf einem hohen Niveau halten kann. Mit Eckart Dux und Sascha Rotermund konnte man für die zusätzlichen Rollen des Falles sehr bekannte Sprecher engagieren, die auch ihren Vorschusslorbeeren gerecht werden. Lutz Herkenrath ist neben Céline Fontanges bereits zum vermehrten Male Sprecher in der Reihe, die in dieser Folge um die mitwirkenden Sprecher Uli Plessmann, Barbara Zapatka, Joana Thinius, Lotte Flack, Maria Hartmann und Julia Gille ergänzt wurde.

Musik und Effekte: Jan-Peter Pflug organisiert wieder die Musikstücke, die bei "Am Rande der Finsternis" zum Einsatz kommen und er bleibt den Jazzklängen treu. Mithilfe der von Tilman Ehrhorn eingespielten Melodien auf Flöten und Saxofonen erzeugt Pflug eine kühle und atmosphärisch geladene Umgebung, in der die teils sehr privat und intim geführten Gespräche zwischen Kurt Wallander, Linda Wallander und Stefan Lindman ihre volle Wirkung entfalten können. Getreu der dezenten aber treffenden Effekte fügt sich so ein stimmiges Bild zusammen, das der Serie entsprechend für viel Stimmung sorgen kann.

Fazit: Ein erneut unterhaltender Fall mit gut aufgelegten Sprechern lässt keine Zweifel an der Qualität und hohen Atmosphäre innerhalb der Serie aufkommen. Mit der gewohnt jazzlastigen Untermalung glückt eine saubere musikalische Darbietung, sodass keinerlei Längen zustande kommen. "Am Rande der Finsternis" ist bereits der dritte gute Fall aus der noch jungen Reihe, die leider nach 10 Folgen vorerst ihr Ende fand. Zu diesem Zeitpunkt gab es auf jeden Fall keinen Grund zur Kritik - man befand sich mit Regisseur Sven Stricker auf einem guten Weg, ertragreiche Hörspiele zu produzieren.

Note 2