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Inhalt:
Eine Schreckensnachricht breitet sich in der Stadt aus: Ein Königstiger vom Zirkus ist ausgebrochen. Er irrt im Wald herum, und dort haben die Mädchen vom Schwimmverein - unter ihnen Gaby - ein Zeltlager errichtet. Als Kommissar Glockner und Tarzan in den Wald gehen, wissen sie, dass den schutzlosen Mädchen eine tödliche Gefahr droht...
Story:
Napur ist das wohl bekannteste Hörspieltier nach dem Super-Papagei. Wer nichts mit dem Namen Napur anfangen kann, der sollte schleunigst zusehen, dass er in den Genuss von "In den Klauen des Tigers" kommt, der 22. Folge der TKKG-Hörspielserie. In gewohnter Manier sind zwei Fälle ineinander verflochten, H.G. Francis Bearbeitungskünste sind überragend und daher ist für die nötige Dynamik der Folge mehr als gesorgt. Die Hektik rund um den vermeintlichen Ausbruch des Tigers wird aus Sicht der vier Millionenstadtdetektive ausreichend und genügend dargestellt, zudem endet der Fall mit dem Höhepunkt, sodass kein Unterhaltungswert zum Ende hin noch verloren geht. Insofern eine erneut starke Darbietung, die die treuen Fans der Serie erwartet - Mitbringsel von Seiten des Hörers sollte der gewohnte Hang zum Gefallen an überspitzten Charakterzeichnungen sein, dann glückt auch "In den Klauen des Tigers" wieder hervorragend.
Sprecher:
Seltenheitscharakter besitzen die Sprecherbesetzungen von Heikedine Körting in den frühen 1980er Jahren. Dieses Mal hat man mit Willem Fricke und Henning Schlüter zwei absolut grandiose Sprecher für die wichtigsten Nebenrollen gefunden, sie hauchen ihren Rollen eine Menge Authentizität ein, was ebenfalls für Helmut Zierl und Manfred Reddemann gilt, die im späteren Verlauf des Hörspiels entscheidenden Protagonisten ihre Stimmen leihen. Nicht zu vergessen ist an dieser Stelle auch Günther Dockerill. Er verknüpft als Erzähler die verschiedenen Fälle, sodass am Ende ein rundes und in sich abgeschlossenes Bild entsteht. Sascha Draeger, Niki Nowotny, Manou Lubowski und Veronika Neugebauer braucht man fast schon nicht mehr zu erwähnen, denn sie assoziiert man zweifelsohne vor allem mit ihren Rollen Tim, Karl, Klößchen und Gaby, was nicht zuletzt daran liegt, dass ihre sprecherischen Darbietungen sehr gut sind und keine Wünsche offen lassen. Weiterhin wirken an "In den Klauen des Tigers" Wolfgang Draeger, Ursula Vogel, Marlen Krause, Klaus Marwitz sowie Renate Pichler mit.
Musik und Effekte:
Hinsichtlich der Musik wartet auf den Hörer eine leicht veränderte Sachlage als in anderen Folgen der gleichen Produktionszeit. Professor Dr. Beurmann, zuständiger Hörspieltechniker und im Übrigen auch Ehemann von Produzentin und Regisseurin Heikedine Körting, sorgt mit einer abwechslungsreichen musikalischen Untermalung dafür, dass die vom Königstiger Napur drohende Gefahr auch musikalisch in Szene gesetzt wird. Dies ebnet neben den Effekten, die teils doch wenig authentisch geraten, dafür mittlerweile einen hohen Kultcharakter besitzen (wann bellt schonmal ein Tiger?), den Weg zu einer gelungenen Untermalung, die nur deshalb dieses Prädikat verdient, weil dies zum TKKG-Fankult schlichtweg dazugehört. Höchstes Produktionsniveau darf nicht erwartet werden, dafür aber eine sympathische Kulisse für ein ansprechendes Jugendkriminalhörspiel.
Fazit:
Es ist nicht das allergrößte Hörspielkino und die überragende Qualität, die "In den Klauen des Tigers" zu einem starken Hörspiel macht, sondern schlichtweg die so typische Machart für TKKG-Hörspiele der Anfangstage dieser Serie. Mit Übertreibungen und derart paradox erscheinenden Vorfällen, dass man unweigerlich von diesen amüsiert wird, sowie einer Menge Situationskomik bleibt mir ein weiteres Mal nur das Lob für H.G. Francis Bearbeitungen der Buchvorlagen, die einfach nur noch als Kult angesehen werden können. Wuff, wuff, Napur!
Note 2+
TKKG - In den Klauen des Tigers




