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TKKG - Hai-Alarm im Aquapark


Rezension von Alex Sölch

Inhalt: Vergnügen pur! Der neu eröffnete Aquapark in der Millionenstadt zieht nicht nur TKKG in seinen Bann! Als skrupellose Verbrecher ihn als Versteck nutzen, beginnt ein wahres Katz- und Mausspiel. Eine geheimnisvolle Schatzkarte taucht auf. Führt sie zum Versteck der Diebesbeute? Alles wird zur Nebensache, als im Unterwassertunnel das Panzerglas zerbricht, hinter dem ein weißer Hai angriffslustig seine Zähne fletscht ...

Story: Schon im Jahr 2010 ist "Hai-Alarm im Aquapark" veröffentlicht worden, allerdings zunächst als Specialfolge in Kooperation mit der Einzelunternehmenskette Tchibo, in dessen Sortiment die Folge angeboten worden war. Nunmehr ist sie auch Teil der Hauptserie geworden, versehen mit der Folgennummer 178. Auffällig ist die in Relation zur jüngeren Geschichte der Serie kurze Spielzeit, diese bedingt somit auch den Entfaltungszeitraum der Handlung, denn wie gewohnt vermengen sich gleich zwei Fälle in einer Hörspielfolge, die während der Laufzeit zu einem gemeinsamen Ende gebracht werden müssen. Leider offenbaren sich dabei auch die üblichen Schwächen, nämlich im Wesentlichen die zu hochgegriffenen Handlungselemente. Wenn Schüsse aus einer Kalaschnikow in unmittelbarer Nähe zu den vier Jugendlichen Tim, Karl, Klößchen und Gaby auf Panzerglas abgefeuert werden, erscheint das im Rahmen der Millionenstadt doch eher surreal. Außerdem kommen TKKG den Tätern zu simpel auf die Spur, als dass sich Spannung entfalten könnte. Eine einzige Karte, deren Rätsel sich auf Grundschulniveau lösen lässt, verhilft ihnen letzten Endes, den Fall zu lösen, wenngleich ihnen am Ende auch der Zufall im wahrsten Sinne des Wortes in die Karten spielt. In Folge dessen erweist sich "Hai-Alarm im Aquapark" von der Handlungsseite her gesehen mehr als ein Zufallsspiel, das dem berühmten Schema von Stefan Wolfs Geschichten folgen soll. Das gelingt André Minninger jedoch nur in Ansätzen.

Sprecher: Nur wenige Sprecher können sich in den knapp 50 Minuten Spielzeit neben den Hauptsprechern in den Mittelpunkt drängen. Wolfgang Kavens Anteil als Erzähler hält sich in Grenzen, weil der Schauplatz zum Ende hin nicht mehr gewechselt wird und alle Handlungsstränge bis dato von den handelnden Charakteren zusammengeführt werden. Zu diesen gehören anfangs vor allem Celine Fontanges als Julia Gühl, Eberhard Haar als Doan und Fabian Harloff als André, deren Rollen sich zunächst ihren Mut anzutrinken scheinen. Diesen besitzen ihre Sprecher allerdings von Anfang an, zelebrieren ihr Dasein als Ganoven, wohingegen ihre anfängliche Freude sich gegen Ende hin mehr und mehr in schreckliche Gewissheit zu ändern scheint. Stimmlich wird das dem Hörer optimal präsentiert. Außerdem kommt Nova Meierhenrich häufiger zu Wort, wie auch Edgar Bessen als Kommissar Glockner, dem die ständige Präsenz von TKKG an dramatischen Orten langsam unheimlich erscheint. Nova Meierhenrich verkörpert einen ständig wiederkehrenden Charakter in der TKKG-Serie, nämlich den der überrascht wirkenden, dann aber doch entscheidend einwirkenden Persönlichkeit, deren Geheimnis am Ende dann den Ausschlag für den Ausgang des Hörspiels gibt. Viel mehr sei inhaltlich über die Rolle nicht gesagt, allen Sprechern glückt eine gute Darbietung, was die Qualität von "Hai-Alarm im Aquapark" dann doch deutlich verbessert.

Musik und Effekte: Zugegeben, beim Schreiben dieser Rezension fällt es mir schwer, um die Erwähnung von Kalaschnikow und Panzerglas in einem Satz herumzukommen. Ein besonders eminentes Problem ist die Ausgestaltung der Geräuschskulisse eines abfeuernden Maschinengewehrs, während zugleich offenbar Panzerglas zerbricht. Beim Lesen der letzten Worte mag einem treuen Fan der Serie über mehrere Jahre oder Jahrzehnte womöglich bei der Vorstellung das Essen im Halse stecken bleiben, jedenfalls scheinen auch die Schüsse im Magazin stecken zu bleiben. Da das dann offenbar den Höhepunkt des Hörspiels bedeutet, gelingt es dem Produzententeam nicht, eine glaubwürdige und mitreißende Szenerie zu kreieren, in der die Effekte dem Medium Hörspiel seinen besonderen Reiz verleihen. Kurze Zeit läuft das Hörspiel Gefahr, in ein Blockbusterhörspiel umzuschwenken, einem Jugendhörspiel der alten Schule wenig angemessen. Auch die Musiken aus dem Tonstudio EUROPA wirken auswechselbar und setzen nur wenige besonderen Akzente.

Fazit: Aufbau und Ablauf von "Hai-Alarm im Aquapark" wissen zu gefallen, allerdings überschreitet Skriptautor Andre Minninger aufgrund der Handlungsinhalte die notwendige Authentizitätsebene deutlich. Zähnefletschende Haie und randvoll geladene Kalaschnikows haben im Rahmen eines Jugendhörspiels, das TKKG im Wesentlichen bleibt, wenig verloren, stattdessen wünscht man sich mehr feinspurige Ermittlungsarbeit von den vier Jugendlichen. Zwar wird die auch geboten, aber eben nur im Rahmen einer dürftigen Geschichte. Hinzu gesellt sich eine mäßige Untermalung sowie eine größtenteils motiviert und engagiert zu Werke gehende Sprecherriege, was insgesamt dann doch zu einem ausreichenden Gesamturteil verhilft.

Note 4+