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Fünf Freunde und das gefährliche Treibgut


Rezension von Alex Sölch

Inhalt: Ein Kreuzfahrtschiff macht Station in Kirrin und sorgt für viel Touristenrummel in der kleinen Küstenstadt. Zur selben Zeit finden die Fünf Freunde schreckliche Dinge am Strand von Kirrin. Doch haben diese Funde wirklich etwas mit dem Schiff zu tun? Die Freunde verfolgen natürlich eine heiße Spur und geraten dabei in größte Gefahr.

Story: Georgina fürchtet sich um die Felseninsel Kirrin und das nicht ohne Grund. "Fünf Freunde und das gefährliche Treibgut" greift viele altbekannte Charakteristika der vier Freunde auf und auch Hund Timmy ist voll in das Hörspiel involviert. All das führt dazu, dass Katrin McCleans Skript für diese Produktion viel Charme entfalten kann, zumal die Problematik der Umweltverschmutzung aufgegriffen wird und die geradezu idyllisch erscheinende Felseninsel in Gefahr zu geraten scheint, den Tieren dieser Welt keinen lebenswürdigen Raum mehr bieten zu können. Es ist folglich nur logisch und nachvollziehbar, dass Julian, Dick, Anne und George gemeinsam versuchen, den Umweltverschmutzern das Handwerk zu legen und sich dabei nicht zu schade sind, selbst eine Schifffahrt in Richtung des für sie verdächtigen Schiffes zu unternehmen. Als sie dann, mehr oder weniger getarnt als blinde Passagiere, an Deck gelangen, sind ihre Aktionen zwar anzweifelbar, nichtsdestotrotz aber spannend. Insgesamt wirken die Handlungen der Fünf Freunde sehr authentisch und nachvollziehbar, ihre Wut ob der Naturschädigung eint sie in der Hoffnung, einen positiven Beitrag für ihre Region leisten zu können und zugleich Verbrechern das Handwerk legen zu können. Bis zum Schluss steht die Frage im Raum, wer tatsächlich hinter den bösen Machenschaften steckt, somit können junge und alte Hörer ihrem Ermittlerdrang nachgehen und mitfiebern. Zwar reicht die Folge insgesamt qualitativ nicht an das Niveau früherer Tage heran, dennoch liegt eine gute Handlung vor.

Sprecher: Eine gute Handlung alleine genügt allerdings nicht, damit unter dem Strich eine gute Produktion verbucht werden kann. Einen Beitrag zu letzterem leisten die hervorragend aufgelegten Sprecher, allen voran Alexandra Garcia als George, die um die Lebensqualität auf ihrer Insel fürchtet und das mit aufbrausender Stimme vermitteln kann. Neben ihr sind es wie gewohnt Ivo Möller, Jannik Endemann und Theresa Underberg, die die jugendlichen Rollen glaubwürdig verkörpern können. Außerdem kommt Timo Sünnemann als Alf Fisher wieder einmal zu einem Einsatz, seine Rolle erlangt Kultstatus innerhalb der "Fünf Freunde"-Serie und auch er kann stimmlich durch seine ruhige, aber selbstbewusste und bestimmte Art überzeugen. Mit Horst Stark, Christian Rudolf, Achim Schülke und Robert Missler sind die Nebenrollen hochklassig besetzt, sodass nicht einmal auffällt, dass lediglich zwei Sprecherinnen an diesem Hörspiel beteiligt sind. Lutz Mackensys Anteil als Erzähler hält sich zum Vorteil der Dynamik im Hörspiel in Grenzen, lediglich bei kurzen Ortsbeschreibungen und den Szenen, in denen Hund Timmy alleine umherstreift, ist sein Einsatz gefragt. Von seinem herausragenden Können kann er wieder einmal vieles abrufen und rundet dadurch die sehr ordentlichen Leistungen aller Sprecher ab.

Musik und Effekte: Technisch geschmälert werden die Sprecherleistungen an einigen Stellen aufgrund von Hall in den Aufnahmen. Zwar wird mit Wasserrauschen die Kulisse aktiv vertont und somit der Zuhörer auf die Felseninsel entführt, hier und da kann eine feinere Abmischung das Hörspiel allerdings noch verbessern. Ansonsten bleiben die Effekte bei "Fünf Freunde und das gefährliche Treibgut" weitestgehend im Hintergrund, unterstützen das Handlungsgeschehen und erfüllen somit ihren Zweck. Musikalisch bietet das Tonstudio EUROPA einige unspektakuläre, aber ebenfalls in die Szenerie passende Musikstücke an, sodass die Inszenierung auf befriedigendem Niveau anzusiedeln ist.

Fazit: Aufgrund einer unterhaltsamen Handlung ist "Fünf Freunde und das gefährliche Treibgut" eines der besten Hörspiele in der jüngeren Vergangenheit dieser Hörspielserie. Naturschutz eignet sich stets als Thematik auf der Felseninsel Kirrin, eine grundsolide Umsetzung durch das Produktionsteam von Heikedine Körting ermöglicht eine Menge an kurzweiligem Hörvergnügen und das sowohl für junge als auch für ältere Zuhörer. Selten fiel die Qualität der "Fünf Freunde"-Serie stark ab und auch nach den zuletzt nur befriedigenden Hörspielen schafft man mit dieser 96. Folge wieder einen kleinen Qualitätssprung in die richtige Richtung.

Note 2-