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Dorian Hunter - Der Moloch


Rezension von Alex Sölch

Inhalt: Noch immer ist Dorian Hunter verschwunden. Niemand weiß, ob der Dämonen-Killer noch lebt. Alle Informationen, die dem Secret Service zur Verfügung stehen, befinden sich auf jenem Videoband des französischen Journalisten Armand Melville, der Hunter während der letzten Tage als "Chronist" begleitet hat - von Nizza über die griechische Insel Lucyros bis auf Jeff Parkers Jacht in der Ägäis, die vor Kurzem bei einer Explosion zerstört wurde ...

Story: "Der Moloch", Teil zwei der Asmodi-Trilogie, die auf der Teufelsinsel in Folge 15 ihren Anfang gefunden hatte, soll möglichst schnell den kleinen Durchhänger, den man mit der vorherigen Folge erlebt hatte, vergessen machen. Das gelingt auch, jedenfalls besitzt "Der Moloch" handlungsmäßig seine ganz eigenen, speziellen Momente, die man so schnell sicher nicht vergessen wird. Autor Marco Göllners Vorwort stimmt bereits darauf ein, denn neben all dem Grusel bekommt man eine Orgienszene serviert, die auf humorvolle Art und Weise inszeniert wird. So wirken die Dialoge auch nicht plump, sondern lassen durchschimmern, dass man genau auf einen solchen Moment aus war, der den Zuhörer leicht verwirrt und amüsiert zurücklässt, ehe es dann mit der Frage nach dem Verbleib von Dorian Hunter weitergeht. Wer auf endgültige Antworten hofft, muss jedoch auf "Das Dämonenauge" vertröstet werden, die 17. und damit unmittelbar kommende Episode der Hörspielserie. Der Spannungsbogen wird auf ähnlichem Niveau gehalten wie man ihn zuvor aufgebaut hatte, dafür überwiegt aber in "Der Moloch" die Vielzahl an mysteriös-skurrilen Momenten, die dieser Folge ein Alleinstellungsmerkmal bereiten.

Sprecher: Hochrangig her geht es bei den Sprechern. Thomas Schmuckert als Dorian Hunter sowie sein kongenialer Partner Jeff Parker, gesprochen vom wahnsinnig gut aufgelegten Andreas von der Meden, hört man gerne zu bei ihren Erlebnissen. Besonders Andreas von der Meden zeigt von seiner ruhigen, bescheidenen, freundlichen Sprachweise (man erinnere hierbei an die Rolle des Morton bei den drei ???) bis hin zu seiner fiesen Seite (man erinnere an die Rolle des Skinny Norris) die Bandbreite seines Könnens und hat entscheidenden Einfluss auf die hohe Qualität der Folge. Klaus-Dieter Klebsch als Antagonist Asmodi besitzt mit seiner tiefen Stimmlage eine außergewöhnlich gute Grundlage für die entsprechende vorgegebene Umsetzung der Rolle, welche ihm auch gelingt. Ebenso brauchen sich die weiteren Leistungen nicht hinter denen der Hauptsprecher verstecken. Frank Gustavus, Konrad Halver, Claudia Urbschat-Mingues, Martin Keßler, Stefan Krause, Stephan Schwartz und viele weitere beliebte Sprecher sind hier vertreten und die Qualität ihrer Darbietungen hinkt ihrer Popularität nicht hinterher. Eine wohlüberlegte Sprecherriege, die mit ihren Leistungen aus dem Skript einen Hörgenuss macht.

Musik und Effekte: "Ich brauche 70er-Jahre-Pornomusik!" - Zitat von Marco Göllner. Nun, besser als der Autor von "Der Moloch" hätte man es wohl nicht ausdrücken können. Zumindest zeigt man sich experimentierfreudig und erreicht skurril-komische Momente. Dem düsteren, kalten Sound, den man sonst gewohnt ist, serviert Marco Göllner mit der üblichen Souveränität, hinzu kommen nun aber eben jene fröhlichen, unbesonnenen Musiken, die eine wilde lüstige Welt darstellen sollen. Ein wenig überrascht es schon, plötzlich mitten im Hörspiel in solch offenbar grelle Umgebungen zu geraten, doch sind diese nicht unpassend oder störend, sondern aberwitzig und stellen einen klaren Reizpunkt in "Der Moloch" dar. Seltsamerweise beinhalten selbst diese Szenen noch Grusel - wieso nur reizt Göllner das Medium Hörspiel mit seinen Facetten derart aus? Hinterfragen muss man es nicht, Kreativität mag das Zauberwort sein, zufrieden hinnehmen kann man es jedoch.

Fazit: Das Tempo der Vorgängerfolgen kann man bislang in der Asmodi-Trilogie nicht halten, dennoch überzeugt die von Produzent Dennis Ehrhardt initiierte 16. Folge von Dorian Hunter mit dem Titel "Der Moloch" einmal mehr durch die starke Soundkulisse, die hochkarätig bestückte Sprecherriege und die gruselige Handlung, die dieses Mal auch Pforten für abwegigen, derben Humor öffnet. Nicht unpassend, denn so verliert die "Dorian Hunter" - Serie auf Dauer nicht ihren Reiz. Bleibt nun also abzuwarten, wie die Asmodi-Trilogie in "Das Dämonenauge" ihren Abschluss finden wird, vielleicht setzt sich ja der Trend fort und der Schlussabschnitt wird noch einmal besser sein als die Folgen 15 und 16.

Note 2