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Dorian Hunter - Die Teufelsinsel


Rezension von Alex Sölch

Inhalt: Dorian Hunter hat seine acht dämonischen Brüder zur Strecke gebracht. Bleibt noch Asmodi, das Oberhaupt der Schwarzen Familie! Die Spur führt Hunter zusammen mit seinem Begleiter, dem Journalisten Armand Melville, auf ein Eiland im Mittelmeer vor Sizilien, das angeblich Asmodis Rückzugsgebiet darstellt. Doch auf der Insel wimmelt es vor magischen Fallen - und als Armand Melville vier Tage später allein zurückkehrt, fehlt von Hunter jede Spur ...

Story: Im Schatten von "Jagd nach Paris", Folge 14 von "Dorian Hunter", beginnt auf der Teufelsinsel die Aufarbeitung der Geschehnisse. Welche Schlüsse werden gezogen aus den Handlungen der Akteure? Wo steckt Asmodi? Und vor allem: wo ist Dorian Hunter abgeblieben? Dies sind die Ausgangsfragen, auf denen diese Episode basiert und so muss man leider sagen, dass die eigentliche Spannungskurve sich aus enormen Höhen wieder auf Normalniveau einpendelt. Der im wahrsten Sinne des Wortes rasante Zug der letzten Folge ist nur noch begrenzt vorhanden, dafür wendet Autor Marco Göllner interessante Erzählperspektiven an. Die Geschehnisse rund um Dorian Hunter werden über eine Aufnahme erzählt, somit erfährt man also praktisch zeitversetzt und zeitgleich mit den anderen Charakteren, was mit Hunter geschehen ist. Dies bleibt jedoch das einzig wirklich Interessante an der Teufelsinsel, die zum Ende hin mit einem Cliffhanger Lust auf den kommenden Teil weckt. Unter dem Strich also eine Überbrückungsfolge hin zum hoffentlich nächsten Höhepunkt dieser bis dato höchst spannenden und interessanten Hörspielserie.

Sprecher: Sehr ansprechend sind erneut die Sprecherleistungen, was dazu beiträgt, dass selbst bei relativ wenigen Geschehnissen und einer Vielzahl an erklärenden Dialogen "Die Teufelsinsel" eine interessante Hörspielfolge bleibt. Allen voran begeistert mich Thomas Schmuckert jedes Mal aufs Neue. Die Coolness, mit der er selbst seinen ärgsten Widersachern gegenübersteht, sucht seinesgleichen und sorgt somit für einen gewissen Seriencharme - hier hat man wirklich einen Helden vor sich, das wird zumindest durch die Gegebenheiten impliziert. Ferner stellen besonders Oliver Kalkofe mit seiner gewohnt französischen Intonation und Konrad Halver Eckpfeiler dieser Serie in Sprecherhinsicht dar und sie können ihre gewohnt starken Leistungen auch dieses Mal wieder einbringen. Klaus-Dieter Klebsch als 'Bösewicht' Asmodi ist in dieser Rolle auch sehr gut aufgehoben, mittlerweile ist er aus den dämonischen Rollen schon gar nicht mehr wegzudenken, so viele Rollen erhält er im Synchronbereich, die sich in diesem Bereich bewegen. Heißen die weiteren Sprecher Eckart Dux, Claudia Urbschat-Mingues, Frank Gustavus, Stefan Krause und Co., dann weiß man, wo man dran ist: schlicht und einfach an Hörspielkost auf höherem Niveau, an den Sprechern scheitert dieser 15. Teil jedenfalls nicht.

Musik und Effekte: Wie schon unter dem Punkt Story erwähnt, wird ein Großteil der Folge im Rahmen einer Aufnahme erzählt. So galt es für Marco Göllner, der auch diesen Produktionsteil übernimmt, diese Aufnahme audiotechnisch zu gestalten. Im Wesentlichen misslingt ihm dieser Versuch, zumindest empfinde ich die Momente, in denen man von außen der Aufnahme lauscht doch als sehr dumpf und schwer zu verstehen, auch nicht unbedingt authentisch. Befindet man sich dann in der Realität, also im Moment selbst, den die Aufnahme darstellt, bekommt man die gewohnt souveräne akustische Untermalung von Göllner geboten. Insofern auf der einen Seite ein lachendes und auf der einen Seite ein eher trauriges Auge, weil die Lautstärke- und Hallunterschiede zu drastisch ausgefallen sind. Musikalisch bleibt alles wie gehabt - stimmig, atmosphärisch und schlichtweg gut.

Fazit: "Die Teufelsinsel" bleibt somit eine aufklärende Zwischenepisode von "Dorian Hunter", die größtenteils wieder das Effektkino bietet, das man gewöhnt ist, an einigen Stellen aber auch unerwartete Schwächen aufzeigt. So verliert sich die Handlung in Dialogen, die berichtend erklären, was Dorian Hunter in den vergangenen Tagen zugestoßen war. Auf dem Weg hin zum gelungenen Abschluss dieser Serie ist diese Folge von hoher Bedeutung, an sich sind vorherige Folgen jedoch deutlich spektakulärer gewesen. Leider kann Marco Göllner in "Die Teufelsinsel" nicht in kompletter Fülle beweisen, welche Qualitäten er als Hörspielemacher besitzt.

Note 3+