www.hoertipps.de
>> Serien >> Die drei ??? Kids >> Die Schokofalle


Die drei ??? Kids - Die Schokofalle


Rezension von Alex Sölch

Inhalt: Das Rezept der köstlichsten Schokolade der Welt ist gestohlen worden. Klar, dass den drei ??? Kids besonders viel daran liegt, diesen Fall zu lösen. Doch wer steckt hinter der Industriespionage? Justus, Peter und Bob müssen der Sache auf den Grund gehen und die Spur führt sie direkt in eine Schokoladenfabrik.

Story: Ulf Blanck ist seit der ersten Folge Autor der Hörspiele um Justus, Peter und Bob aus Rocky Beach. Als Ablegerserie von "Die drei ???" gedacht, möchte man mit "Die drei ??? Kids" vor allem die allerjüngsten Zuhörer an das Medium Hörspiel heranführen. Dementsprechend richten sich auch die Skripte von "Die drei ??? Kids" vom intellektuellen Niveau gesehen eher an Kinder und Jugendliche. Grundsätzlich ist an einer solchen Haltung nichts zu kritisieren und nach nunmehr 27 Folgen hat Ulf Blanck spürbar eine Routine im Verfassen der Skripte gefunden. Es gibt stets klar erkennbare Antagonisten, denen die drei ??? Kids das Handwerk legen möchten, dieses Mal sind es Rezeptdiebe in Schokoladenfabriken. In der heutigen Ellenbogengesellschaft ist das Stibitzen solcher Rezepturen allerdings alles andere als einfach und Sicherheitspersonal sollte in der Regel allenorten vorhanden sein. Insofern mangelt es dem Skript einmal mehr an der tiefergehenden Glaubwürdigkeit, für drei Jugendlichen wird es letzten Endes an mancher Stelle viel zu einfach gemacht, ihrem detektivischen Drang nachgehen zu können. Weiterhin kommt der Erzähler Boris Pfeiffer sehr häufig zum Einsatz, stoppt dadurch immer wieder - wenn es auch nur kleine Einschübe sind - den Handlungsablauf, sodass nie ein Fluss im Hörspiel entsteht. In Folge dessen eignet sich "Die Schokofalle" zur Unterhaltung von Kindern und Jugendlichen, doch bleibt es im Gegensatz zur Mutterserie schwierig, die Hörspielserie einem breiten Publikum zu empfehlen.

Sprecher: Eine besondere Eigenheit der Hörspiele um die drei Jugenddetektive ist die Tatsache, dass diese in ausnahmslos jeder Szene im Mittelpunkt stehen. Folglich sind die Beteiligungsraten von Jannik Schümann, Yoshij Grimm und David Wittmann enorm hoch, was diese allerdings mit guten Leistungen zu rechtfertigen wissen. Wie gewohnt sind sie eifrig am Werk, viel interessanter sind jedoch die hinzustoßenden Nebensprecher. Neben den bereits bekannten Klaus Dittmann als Kommissar Reynolds und Tommi Piper, der als Verkäufer Porter einen Einsatz erhält, stehen Stephan Rau und Dirk Hardegen im Mittelpunkt des Geschehens und bieten ebenfalls starke Darbietungen, was Aussprache und Sprachtempo angeht. Ihnen gegenüber stehen Malcolm Andreasson und Jens Wendland, letzterer darf einen Scheich sprechen und verzichtet dankenswerterweise auf eine verstellte Stimme, sodass man es rundum mit Sprecherleistungen zu tun hat, die es nicht schwierig machen, dem Handlungsverlauf folgen zu können. Insofern erledigen Sprecherriege und Regie ihre Arbeit sehr sorgfältig und gut.

Musik und Effekte: Neben Ulf Blanck scheint auch Tonmeister Ansgar Döbertin Routine im Einsatz der unterschiedlichen Geräusche gefunden zu haben. Justus, Peter und Bob sind im Verlauf von "Die Schokofalle" an mehreren Orten anzutreffen, unter anderem auf dem altbekannten Schrottplatz und in Schokoladenfabriken, ebenso gilt es für Ansgar Döbertin, mehrere Autofahrten entsprechend der Vorstellungen zu untermalen. Stets ist man als Hörer darüber im Klaren, wo sich die Charaktere gerade aufhalten; besonders Kinder, deren Aufmerksamkeit oftmals vom Hören abschweift, werden sich immer wieder zurechtfinden, weswegen man die Untermalung einmal mehr als gelungen bezeichnen darf. Zwar schleichen sich auch hier einige grob gezeichnete Elemente ein, ganz ähnlich der recht simplen gestrickten Handlungen, doch kann man sie getrost zumindest für Kinderunterhaltung als angemessen einstufen. Bei den Musiken bleiben sich die Produzenten treu und nutzen das altbekannte Musikschema mit Musiken, die als Zwischenklänge fungieren, um Szenen- oder Ortswechsel erkenntlich zu machen. Anfangs der einzelnen Szenen dienen diese dann leise im Hintergrund als Untermalung und verfeinern das Hörvergnügen.

Fazit: An inhaltlicher Tiefe mangelt es den drei ??? Kids weiterhin und diese muss auch in einer Kinderserie vorhanden sein, um wirklich nachhaltig vom Hörspiel überzeugen zu können. "Die Schokofalle" weiß immerhin gut zu unterhalten, einige realitätsferne Aspekte lassen sich zwar nicht leugnen, doch verhelfen gute Sprecher und eine angemessene Untermalung zu einem Hörspiel auf befriedigendem Niveau. Eine Steigerung wäre der Serie absolut zu wünschen, das Potenzial dazu ist vorhanden, bloß muss vor allem hinsichtlich des Skriptes noch einiges geschehen, um sich höheren Wertungskreisen zuneigen zu können.

Note 3