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Die drei ??? - High Strung


Rezension von Alex Sölch

Inhalt: Justus will bei einer Radioshow 5000 Dollar gewinnen. Die Regeln sehen vor, dass dazu täglich ein Rätsel gelöst und ein Gegenstand eingesammelt werden muss. Wer alles gefunden hat und es zum Sponsor der Sendung bringt, bekommt das Geld. Ein weiterer Preis ist eine alte Gitarre, die aber scheinbar niemand haben will. Plötzlich wird auf dem Schrottplatz eingebrochen und den drei Detektiven ist schnell klar, dass es jemand auf Justus' gesammelte Gegenstände abgesehen hat. Aber wer sollte das sein? Gemeinsam machen sich die drei ??? auf die Suche nach dem Dieb und geraten in ein gefährliches Abenteuer...

Story: Allmählich scheint es gang und gäbe zu werden, dass nahezu jede zweite Veröffentlichung unter dem Namen "Die drei ???" ein Special ist. Doch das liegt bei weitem nicht nur daran, dass man damit wohl eine noch größere potenzielle Käuferschicht ansprechen kann, sondern wohl vielmehr daran, dass parallel zu den eigentlichen Veröffentlichungen vor kurzem Geschichten rund um Justus, Peter und Bob aufgetaucht sind, die eigentlich schon deutlich früher in die Serie chronologisch hätten eingearbeitet werden müssen. Da dies nachträglich schlecht möglich ist, veröffentlicht EUROPA also parallel zur 150. Folge der eigentlichen nummerierten Serie das dritte und vorerst letzte der "Top Secret"-Specials. Doch kommen wir zur Wertung der vorliegenden Handlung. G. H. Stones Erzählung besteht praktisch aus einer einzigen Schnitzeljagd, in der nach und nach viele besondere Gegenstände nach Lösen eines jeweils recht einfachen Rätsels gefunden werden müssen. Dass es bei dieser Schnitzeljagd, die zum Gewinnspiel ausgerufen wird, zu Spitzeleien zwischen den Teilnehmern kommt, ist kaum verwunderlich. So werden auch viele Objekte entwendet und schnell stecken die drei ???, angetrieben von Justus, in einem Fall, der von ihnen Verfolgungsjagden und Rätselgeschick verlangt, sodass die in letzter Zeit so vermissten Faktoren Tempo und die Dynamik voll zum Vorschein kommen. Nachdem bereits die 149. Folge bereits einen deutlichen Aufwärtstrend bedeutete, weiß auch "High Strung" von Storyseite her zu gefallen.

Sprecher: Während in vielen Folgen der Anteil von Justus an der Ermittlungsarbeit zu hoch ist, kann man bei "High Strung" behaupten, dass Justus zwar die Überhand besitzt, das jedoch wohlbegründet darin ist, dass Justus der eigentliche Teilnehmer am Gewinnspiel ist und sich von Peter und Bob lediglich helfen lässt. So fahren sie mit Justus Dieben hinterher und sorgen dafür, die zu findenden Sachen aufzustöbern. Bemerkenswert ist, dass Oliver Rohrbeck, Jens Wawrczeck und Andreas Fröhlich indirekt mit ihren Reaktionen auf die Geschehnisse die Rolle des Erzählers übernehmen. Den gibt es nämlich in diesem Special nicht, was durchaus interessant zu sehen ist, denn "High Strung" wirkt wie erwähnt deutlich dynamischer als vergleichbare Folgen dieser Produktionszeit. Ansonsten darf man sich auch über einen kurzen Gastauftritt von Juliane Szalay als Kelly freuen, die in einem ansonsten sehr von Männerstimmen dominierten Fall einen Gegenpol darstellt. Krystian Martinek, Dustin Sattler-Semmelrogge, Stefan Gabriel, Ingo Mommsen, Reinhilft Schneider, Saskia Mayerhoff und Mike Olsowski vervollständigen den Sprechercast dieses dritten "Top Secret"-Specials.

Musik und Effekte: Radiosequenzen und Automobilgeräusche, sie bestimmen die tontechnische Untermalung von "High Strung". Einerseits lauschen Peter, Bob und ganz besonders Justus den Hinweisen aus dem Radio, um die weiteren gesuchten Gegenstände finden zu können, sodass der für die Effekte zuständige André Minninger Radiobeiträge akustisch ausgestalten muss, andererseits verbringen die drei Detektive aber auch einen großen Anteil der Spielzeit auf den Straßen Kaliforniens, um an die Orte zu gelangen, an denen die Gegenstände letzten Endes zu finden sind. Gerade die Radiobeiträge fügen sich sehr gut in das Hörspiel ein, teilweise werden auch Musiken gesondert für diese eingespielt, die vom Klangschema her progressivere, amerikanische Radiosender imitieren. Das erzeugt einen gewissen Charme, der sich durch diesen Sonderfall zieht und einen guten Gesamteindruck hinterlässt. Von einem liebevoll inszenierten Hörspiel kann man bei "High Strung" allemale sprechen.

Fazit: Die Magie dieser seit mehr als 30 Jahren bestehenden Hörspielserie kann in "High Strung" endlich wieder aufleben. Zwar handelt es sich um eine Folge, die nicht zu den Regelfolgen gezählt wird, da G. H. Stones Buchvorlage hierzu lange verschollen blieb, nichtsdestotrotz würde das Hörspiel bestens in die Serie passen. Weshalb das so ist: die vorkommenden Rätseltexte sind nicht künstlich verwoben, die Handlung setzt unmittelbar bei Beginn ein, lange Dialoge ohne Inhaltsfunktion bleiben aus. So bleibt die Schnitzeljagd nach den zu findenden Gegenständen eine unterhaltsame Reise durch die unmittelbare Umgebung von Rocky Beach, die phasenweise Erinnerungen an "Die drei ??? und die gefährliche Erbschaft" weckt. Nach der starken 149. Folge nun also auch eine gute Specialfolge, zunächst einmal scheint die Schwächephase der Hörspielserie vorbei zu sein. Bleibt zu hoffen, dass mit der kommenden Jubiläumsfolge dieser Trend bestätigt wird.

Note 2