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Die drei ??? - Botschaft aus der Unterwelt
Rezension von Alex Sölch
Inhalt: Dank seiner unfehlbaren Kombinationsgabe hat Justus Jonas wieder einmal einen Fall der drei ??? im Handumdrehen gelöst. Doch kaum ist die Akte geschlossen, bekommen die drei Detektive Post von einem mysteriösen Klienten. Er benennt sich selbst nach Sherlock Holmes großem Erzfeind "Professor Moriaty" und beauftragt Justus, Peter und Bob, für ihn eine geheimnisvolle Botschaft zu entschlüsseln. Schon bald müssen die drei ??? erfahren, dass sie Figuren in einem gefährlichen Spiel sind: Onkel Titus wird verhaftet, Inspektor Cotta ist unerreichbar - und Moriaty scheint stets einen Schritt voraus zu sein. Aber Justus wäre nicht Justus, wenn er die Herausforderung nicht annehmen würde.
Story: Recherchen und Archiv: Bob Andrews. Recherchen. Sie blieben lange Zeit aus in den Hörspielfolgen von "Die drei ???", in "Botschaft aus der Unterwelt" erlebt der gewiefte Serienfan jedoch eine kleine Renaissance dieser. Der Antagonist Moriaty lässt Justus, Peter und Bob eine Nachricht zukommen, genauer ein Rätsel, und es offenbart, weshalb es die Hörspielserie schon auf mehr als 150 Folgen gebracht hat. Moriaty erweist sich als hartnäckig, ist als Gegenspieler alleine durch diese Folge fast schon zu einer solch reizvollen Figur geworden wie es wohl sonst nur der Kunstdieb Victor Hugenay ist. Während ihrer Ermittlungen werden Justus, seine beiden Freunde Peter und Bob sowie seine Verwandten Onkel Titus und Tante Mathilda in ernste Bredouille gebracht, alle bekannten Figuren der Serie sind involviert und sorgen dafür, dass von Anfang bis Ende des Hörspiels unterschiedlichste Handlungsmomente Unterhaltung bieten. Auf ausschweifende Dialoge wird verzichtet, viele Orts- und Szenenwechsel mitsamt dem regelmäßigen Auftreten des gerissenen Gegenspielers und seiner Komplizen führen zu einem krönenden Abschluss, der zwar dann auch etwas hochgegriffen, nichtsdestotrotz aber schlüssig, nachvollziehbar und vor allem hörenswert ist. Ebenfalls erfährt man ein wenig mehr über die Vergangenheit von Justus, Peter und Bob - ein Besuch der altehrwürdigen Kaffeekanne wird während des Falls in Betracht gezogen, nicht zuletzt ist das ein Querverweis auf die "Die drei ??? Kids"-Hörspielserie, in der das Detektivtrio seine Zentrale ebenda hat. Besonders im Vergleich zu den zuletzt erschienenen Folgen stellt "Botschaft aus der Unterwelt" damit eine erhebliche qualitative Steigerung hinsichtlich der Handlung dar, interessant sind auch die gut recherchierten Querverweise auf Sherlock Holmes, die aus dem Rätseltext hervorgehen und zudem Grund für den Namen des Gegenspielers Moriaty sind.
Sprecher: Das Zusammenwirken der Stimmen von Oliver Rohrbeck, Jens Wawrczeck und Andreas Fröhlich ist in dieser Folge ebenfalls positiv hervorzuheben. Alle sind an der Ermittlungsarbeit gleichermaßen beteiligt, einige Handlungskniffe sorgen für unerwartete Momente und führen somit auch die Sprecher in einige reizvolle Situationen, in der sie mit großem Maß an Überraschung auf Geschehnisse reagieren müssen. Besonders im finalen Aufeinandertreffen glückt es hervorragend, die Spannungsmomente auch durch die Stimmen hervorzuheben. Holger Mahlich und Karin Lieneweg tragen mit ihren Auftritten ebenfalls zur geglückten Gesamtleistung bei, Sprechergröße Urs Affolter sorgt für große Qualität, Fabian Harloff und Joachim Lautenbach sind weitere Sprecher in dem Cast, der besonders groß ausfällt, da bei "Botschaft aus der Unterwelt" zwei Fälle in einem Hörspiel geboten werden, die sogar in engem Zusammenhang stehen, obgleich der erste Fall schnell abgehandelt zu sein scheint. Die Sprecherleistungen sind durch die Reihe hinweg hörenswert und wissen zu gefallen.
Musik und Effekte: Frisch und rundum erneuert präsentiert sich seit wenigen Folgen die musikalische Untermalung bei den drei Fragezeichen. Zum Zuge kommen unverwechselbare Sherlock Holmes - Melodien, die einen besonderen Reizpunkt von "Botschaft aus der Unterwelt" darstellen, hingegen gibt es aber auch zahlreiche ältere Musiken, die die Handlung begrenzt begleiten. In Spannungsmomenten wird stellenweise auf Musikeinsatz verzichtet, Verfolgungsjagden beispielsweise würden sich für lautstarken Musikeinsatz geradezu anbieten. Die allerletzte Dynamik fehlt dem Hörspiel daher, streckenweise aber wissen die Musiken sehr zu gefallen und verleihen dieser Folge ein besonderes Wiedererkennungsmerkmal. Bei den Effekten bewegt man sich auf dem üblichen Serienniveau, interessant ist die Szenerie der Kaffeekanne, die Justus, Peter und Bob nach langer Zeit wieder aufsuchen, um von dort aus neue Ermittlungen anzustellen. Verfolgungsjagden auf den Straßen Kaliforniens werden in der gewohnt comichaftigen Weise mit quietschenden Reifen dargestellt, sodass den treuen Serienhörer die Effekte nicht sonderlich überraschen sollten.
Fazit: Entscheidend für die besondere Qualität von "Botschaft aus der Unterwelt" ist die Buchvorlage von Kari Erlhoff, die André Minninger in ein unterhaltsames und abwechslungsreiches Hörspielskript umstrickt. Im Gegensatz zu vielen Folgen vor dieser 154. verliert sich "Botschaft aus der Unterwelt" nicht in anhaltenden Monologen bzw. Dialogen, stattdessen liefert Kari Erlhoff stets neue Handlungsaspekte, die einerseits den Fall vorantreiben, andererseits Justus, Peter und Bob aber auch neue Charakteristika zuschreiben. All das geschieht im angemessenen Umfang und sorgt dafür, dass aufgrund guter Inszenierung durch Musiken und Effekte und ordentlichen Sprecherleistungen ein insgesamt gutes Hörspiel vorliegt. Angesichts der jüngsten Entwicklung der Serie ist das ein Hoffnungsschimmer, das man zurück zu einer dauerhaft guten Qualität in allen Produktionsbereichen findet. Jüngst haperte es an den Handlungen, mit "Botschaft aus der Unterwelt" liegt jedoch ein Gegenbeispiel vor, das in einigen Szenen an hervorragende Tage der Serie erinnert.
Note 2



