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Die drei ??? - Schwarze Sonne


Rezension von Alex Sölch

Inhalt: Bei einem Malkurs lernt Bob den sympathischen und begabten Denzel Hopkins kennen. Der Mann wird plötzlich beschuldigt, ein wertvolles Gemälde gestohlen zu haben. Denzel beteuert, das Bild noch nie gesehen zu haben und unschuldig zu sein. Wie konnte er dann bereits in der Vergangenheit immer wieder ein zentrales Motiv aus diesem Bild malen - die schwarze Sonne? Die drei ??? müssen ihren gesamten detektivischen Spürsinn aufbieten, um diesen Fall zu lösen.

Story: Nun, man hat schon vieles erlebt in der langen Geschichte dieser namhaften Hörspielserie. Nicht umsonst suchen die drei ???, namentlich Justus, Peter und Bob stets reizvolle Detektivaufgaben. Ob Drachen, Totenköpfe oder Mumien, nahezu alles haben die drei Jugendlichen aus Rocky Beach schon erlebt. Aufgrund dessen ist es ein Genuss, ihnen dabei zuzuhören, wie sie urplötzlich und zufällig in Person von Bob, dem dritten Detektiv, auf einen neuen Fall aufmerksam werden. Die titelgebende "Schwarze Sonne" spielt hierbei nur auf dem Papier eine Rolle und das im sprichwörtlichen Sinn, von daher gibt es keine übernatürlichen Elemente in der Handlung von Marco Sonnleitner, der so oft gescholten wurde für seine verworrenen Buchvorlagen. Stattdessen wirken sich die Harmonien zwischen dem unzweifelhaft schuldfreien Denzel Hopkins, dessen Tochter Goldie und den drei Fragezeichen positiv auf den Gesamteindruck aus, was schlicht daran liegt, dass sie auf einer realistischen Ebene miteinander kommunizieren, alle gemeinsam an einem Strang ziehen und letzten Endes vor allem auch daran, dass Peter in einigen Szenen als Angsthase auftritt, Bob seinen Rechercheaktivitäten nachgehen darf und Justus alle Fäden zusammenführt, ohne dass hierfür ein Monolog benötigt wird. Prägende Attribute, die man so häufig vermisste zuletzt. "Schwarze Sonne" stellt nach den doch eher dürftigen Vorgängern einen klaren Schritt in die richtige Richtung dar, denn dieses Niveau vermisst man. Der Fall ist schnörkellos, interessant und von der ersten Minute an unterhaltsam.

Sprecher: Madeleine Weingarten und Tilo Schmitz sorgen zugleich für ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen den ermittelnden Detektiven und den zentralen Nebenfiguren. Tilo Schmitz als Bauernopfer für einen zweifelhaften Vorfall, den er in keinster Weise bedingt hatte, und Madeleine Weingarten als angespannte Tochter und Auftraggeberin von Justus, Peter und Bob füllen ihre Rollen beeindruckend aus. Tilo Schmitz dunkle und rauhe Stimme sowie die ihm zugeschriebenen Charaktereigenschaften durch die Rolle erwecken Assoziationen mit der Rolle des John Coffey im Film "The Green Mile", wenngleich man es natürlich mit ganz anderen Relationen zu tun bekommt. Über die Auftritte von Oliver Rohrbeck, Jens Wawrczeck und Andreas Fröhlich braucht man angesichts der riesigen Bekanntheit aller drei nicht mehr viel zu sagen, seit nunmehr über 150 Folgen zeigen sie stets, dass es ihnen gelingt, Sympathien für die jugendlichen Protagonisten zu wecken. Weitere Rollen besetzt Heikedine Körting mit erfahrenen Sprechergrößen wie beispielsweise Martin May, Jürgen Thormann, Wanja Mues oder Wolf Frass, sodass ein gleichermaßen gut besetzter Sprechercast zu Buche steht.

Musik und Effekte: In Folge dessen ist es schade, dass man sich hinsichtlich der Musiken nicht ebenfalls auf höherem Niveau bewegt. Sicherlich vermögen die Klänge an die Musiken zu erinnern, die man während der Anfangszeit häufig vernahm in den Hörspielen der drei Fragezeichen, dennoch fehlt der Bezug zum Handlungsstoff. So kommt es, dass die Musiken zwar klare Grenzen zwischen den einzelnen Szenen bilden, eher aber wie beiläufige Melodien wirken. Besser sieht es diesbezüglich bei den Geräuschen aus, die zum Einsatz kommen, denn Hundegebell vom Band, ein im Hintergrund laufender Spielfilm und alle weiteren erwähnten Klänge wirken authentisch, sodass der Handlungsfluss in keinster Weise gestört wird. Im Gegenteil, gerade in "Schwarze Sonne" wirken die Effekte besonders stimmig und runden den insgesamt doch sehr positiven Gesamteindruck ab.

Fazit: "Schwarze Sonne" ist eine der besseren Hörspielfolgen aus der jüngsten Vergangenheit der drei Fragezeichen. Bedingt durch eine glücklicherweise realistische Geschichte und eingebaute typische Verhaltensweisen von Justus, Peter und Bob erzeugt die Folge den Charme, den man an Hörspielen der früheren Tage der Serie so sehr schätzt. Zwar bleibt die Untermalung auf musikalischer Ebene recht blass, doch sorgen Tilo Schmitz und einige weitere Sprecher sowie eine technisch sauber erarbeitete Geräuschkulisse für die notwendige Qualität, damit selbst die 151. Folge einer Hörspielserie noch als reizvoll erscheint.

Note 2-