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Die drei ??? - Grusel auf Campbell Castle


Rezension von Alex Sölch

Inhalt: Adam Campbell hat ein schweres Erbe angetreten: er muss das imposante Schloss seines verstorbenen Vaters in Schuss halten. Bei einer spiritistischen Sitzung meldet sich dessen Geist und spricht von einem sonderbaren Vermächtnis. Natürlich nehmen die drei ??? die Ermittlungen auf. Mit einem Gespenst, davon sind sie überzeugt, haben sie es nicht zu tun! Bis Peter von einer gruseligen schwarzen Hand ins Meer gezogen wird. Erst in letzter Sekunde kann er gerettet werden. Der Zweite Detektiv ahnt Unheilvolles: Wurde er von einem Wassergeist attackiert?

Story: Eine Rätselfolge verspricht bei den drei ??? oft eines der besseren Hörspiele. Weiß man dann noch, dass Skinny Norris auftreten wird und die drei Detektive in Gefahr geraten, so sollte man meinen, dass man es mit einer guten Episode zu tun bekommt. Doch leider bewahrheitet sich dies bei "Grusel auf Campbell Castle" nicht komplett. Zunächst einmal sollte man festhalten, dass es sich weniger um Grusel handelt, ein Abenteuer oder eine Erbschaftssuche würden das hier Gespielte treffender beschreiben. Marco Sonnleitners Erzählung basiert dauerhaft darauf, dass ein Rätseltext die drei Detektive Justus, Peter und Bob zum Beraten zwingt mit Adam Campbell, ihrem Auftraggeber, der wiederum häufig einen der drei Jugendlichen unbewusst auf die richtige Fährte führt. So kommt es, dass alle Rätsel relativ unspektakulär gelöst werden, häufig ist die Suche sehr statisch, die Rätseltexte werden an einem Ort zu Ende gelöst, bis man den Ort des Geschehens wieder wechselt und dort direkt auf das nächste Rätsel stößt. Zum Ende hin raubt das Eintreten von Inspector Cotta jäh jegliche dagewesene Spannung, im offenen Gespräch zwischen allen teilnehmenden Charakteren werden die Ereignisse aufgelöst, was dazu führt, dass "Grusel auf Campbell Castle" recht unspektakulär gerät. Auch die phasenweise Gefährdung der Detektive durch ihren Erzfeind Skinny Norris, der der Geschichte zufällig beigemischt wirkt, hilft nicht, das Spannungsniveau entscheidend anzuheben. So ist die Geschichte in weiten Ansätzen, was die Inhalte angeht, gut, die Ausführung jedoch gerät über weite Strecken nur unzureichend und kann noch verbessert werden.

Sprecher: Gewöhnlich kennt man Santiago Ziesmer vor allem in seiner Rolle des Spongebob Schwammkopf in der gleichnamigen TV-Serie, doch davon ist er bei seinem Einsatz in "Grusel auf Campbell Castle" stimmlich weit entfernt. Als Auftraggeber begleitet er Oliver Rohrbeck (Justus), Jens Wawrczeck (Peter) und Andreas Fröhlich (Bob) durch das komplette Hörspiel, gibt entscheidende Hinweise - mal mehr, mal weniger bewusst - und das nimmt man ihm stimmlich auch ab, da er angesichts der Bedeutung der Ereignisse für sein Leben doch sehr engagiert und aktiv bei der Sache wirkt. Mit Christian Rudolf und Volker Bogdan sowie Stefan Kaminski, Patrick Bach und Andreas von der Meden hat Produzentin und Regisseurin Heikedine Körting eine prominente Sprecherriege an Land gezogen, die sehr gut klanglich harmoniert. Hinzu kommen Holger Umbreit, Ben Hecker, Katja Brügger, Holger Mahlich, und Tommaso Cacciapuoti, die Heikedine Körting ordentlich als Regisseurin führt, jedenfalls kann man ihr wie so häufig nur ein Lob aussprechen für die Art und Weise, wie die Sprecher dieser Produktion ihre Texte einsprechen. Keiner der genannten Sprecher wirkt abgelesen, jeder wirkt in seiner Rolle sehr natürlich und authentisch, sodass hier der Qualität des Hörspiels kein Abbruch getan wird.

Musik und Effekte: Auch musikalisch steuert diese Episode der drei Detektive aus Rocky Beach keine superben Leistungen an, überzeugt aber durch passende Klänge im richtigen Moment. Viele der Melodien kennt man bereits aus vorherigen Folgen, dieses Mal sind es vorallem am Computer komponierte Stücke und weniger Orchesterstücke, die man serviert bekommt. Gleichsam verhält es sich auf Seiten der Effekte - auch hier überraschen die eingesetzten Effekte kaum, es ist die gewohnt gute Tondatenbank, aus der Heikedine Körting und ihre Mitarbeiter schöpfen. An der ein oder anderen Stelle hätte man mit plötzlicher einsetzenden Sounds den Grusel- bzw. Spannungsfaktor erhöhen können, im Großen und Ganzen aber ist das Niveau so in Ordnung, erwarten darf man nur eben kein Effektkino sonderlicher Art, dieses bleibt leider aus.

Fazit: Die Zutaten für eine besondere Mischung "Die drei ???" wären vorhanden gewesen, doch leider wird das vorhande Potenzial nur begrenzt ausgeschöpft. Die Rätsel sind recht unspektakulär, wirken durchschaubar und halten auch Justus, Peter und Bob nur kurz auf Trab. Zu allem kommt dann auch noch der Zufall, der besonders in den letzten Minuten für die entscheidenden Wendungen sorgt, sodass die eigentliche Ermittlerarbeit auf der Strecke bleibt. Der im Titel versprochene "Grusel auf Campbell Castle" wäre mit einer "Schatzsuche auf Campbell Castle" besser beschrieben gewesen - trotz aller Defizite kann man jedoch nicht von einem schwachen Hörspiel sprechen, da die technische Bearbeitung sowie die Darbietungen der Sprecher das Gleichgewicht in die positive Richtung verschieben. Insgesamt eine noch befriedigende Leistung, die aus einer unspektakulären Hörspielfolge der Serie resultiert.

Note 3-