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Mark Brandis - Sirius-Patrouille 1
Rezension von Alex Sölch
Inhalt: 2130: Mark Brandis leitet als Repräsentant der VEGA den letzten Testflug der INVICTUS, eines neuen Schweren Kreuzers. Mit an Bord ist der rennomierte Journalist Martin Seebeck, der einen Reisebericht verfassen soll. Unter dem Kommando des Unions-Majors Jonas Degenhardt ist der Testflug zugleich eine Patrouille, die Piraten aufspüren soll. Die INVICTUS fliegt als Wolf im Schafspelz die Route ab, auf der schon mehrere unbemannte Sonden verschwunden sind. Doch im interplanetaren Raum ist das Recht schnell auf Seite des Stärkeren ...
Story: "Mark Brandis" ist zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der mittlerweile 19. Folge eine der stärksten Hörspielserien auf dem Markt. Jedenfalls zeichneten sich die letzten Folgen besonders durch ihre Zeitlosigkeit aus, da trotz der Weltraumthematik die verhärteten Fronten zwischen konkurrierenden Parteien als Metapher für so viele Konflikte auf dem Planeten Erde im 21. Jahrhundert gesehen werden können. Ferner kamen die Schlachten in den vergangenen Episoden nicht zu kurz, doch diese spielen im ersten Teil von "Sirius-Patrouille" keine besondere Rolle. Stattdessen ist das Manuskript von Balthasar von Weymarn nach dem Roman von Nikolai von Michalewsky sehr dialoglastig, was Freunden des Actionhörspiels weniger gefallen wird, dennoch der Serie gut zu Gesicht steht. Manipulative Elemente vermengen sich mit düsteren Fährten, auf deren Spur die INVICTUS-Besatzung gelangt. Machtmittel des Autors ist hierbei das Spiel mit der Unsicherheit, bis zum Ende hin weiß man noch nicht, was es mit dem aufgespürten Raumschiff auf sich hat, sodass die Spannungskurve in Richtung des zweiten Teils eindeutig ansteigt. Weiterhin gerät Hauptprotagonist Mark Brandis in die Bredouille, was einen weiteren Reiz darstellt, sich dem zweiten Abschnitt zu widmen. Insofern wird trotz des dialoglastigen Skriptes einiges an Handlungselementen geboten. In Anbetracht des zweiten Teiles erweist sich dieser erste als hervorragender Einstieg in die Geschehnisse, die vor allem durch die Erzählungen des omnipräsenten und wissbegierigen Journalisten Martin Seebeck näher geschildert werden. Dadurch besitzt "Sirius-Patrouille 1" seine ganz eigenen Reize, fügt sich sehr gut in diese Hörspielserie ein.
Sprecher: Eine Überraschung sind viele der eingesetzten Sprecher nicht mehr, zählen die meisten doch zu den Stammsprechern der "Mark Brandis"-Serie. Michael Lott, David Nathan, Claudia Urbschat-Mingues und Gerhart Hinze zählen zu den populärsten und qualitativ besten Sprechern, mit denen man Rollen besetzen kann, und dank hervorragender Regiearbeit von Balthasar von Weymarn macht sich der Einsatz auch bezahlt. Keinerlei Sprachfehler sind erkennbar, das Tempo ist der jeweiligen Situation angemessen und der Ernst der Lage sowie die Hysterie bei unerwarteten Ereignissen ist bei allen in angemessenem und unterhaltsamen Umfang vorhanden. Felix Isenbügel schlüpft als bedeutendster Nebensprecher in die Rolle des unermüdlichen Martin Seebeck, der sich an den Vorgängen rund um die INVICTUS sehr interessiert zeigt und folglich als Bindeglied zwischen Zuhörern und Protagonisten fungiert. Allen Sprechern kann zugute gehalten werden, dass ihre Darbietungen eben jene Emotionen beinhalten, die den Rezipienten ansprechen und somit dazu beitragen, dass dieser sich für die Handlung und das Geschehen interessiert. Folglich erweisen sich die Sprecherleistungen bei "Sirius-Patrouille 1" als wertvoll für die Produktion und tragen positiv zum Gesamteindruck bei.
Musik und Effekte: Absolute Schokoladenseite der Hörspiele um Commander "Mark Brandis" sind und bleiben die atemberaubenden Geräusche, mit denen die Weltraumumgebung inszeniert wird. Trotz aller zukunftsaffinen Geräusche wie automatisch öffnenden Türen kommen absolut authentische Klänge nicht zu kurz, bilden die Grundlage für die emotionale Entfaltung aller mitwirkenden Sprecher. Ob es einen Radar im Inneren des Raumschiffes zu untermalen gilt oder die medizinische Abteilung des Raumschiffes gefragt ist - stets ist Jochim Redeker mit geeigneten Tönen zur Stelle und trägt zum hervorragenden Niveau der Hörspiele bei. Nicht zuletzt sind es auch die Musiken, welche unter seiner Anweisung den Weg in die Produktion finden und stets den Ton der Handlung treffen. Somit erweist sich die Inszenierung durch Musiken und Effekte einmal mehr als Prunkstück der "Mark Brandis"-Hörspiele.
Fazit: Am Ende steht der Zuhörer einmal mehr vor offenen Fragen, doch diese werden im kommenden Abschnitt geklärt und der Anspruch, dass diese geklärt werden, kann angesichts des noch ausstehenden zweiten Teils nicht gestellt werden. Trotz eines dialoglastigen Skriptes entsteht ein weiteres Mal die für "Mark Brandis" so typische angespannte Stimmung, die besonders durch die hervorragenden Musiken und Effekte hervorgerufen wird. Aufgrund des dialoglastigen Skriptes müssen kleinere Abstriche gemacht werden, die allerdings nicht allzu sehr ins Gewicht fallen, sodass am Ende mit "Sirius-Patrouille 1" eine erneut gute Produktion zu Buche steht.
Note 2-



